Hillegossen unter Strom

Am 10. Oktober gingen im Möbel-Bahnhof die Lichter an. Und zwar alle.
Grüne Baumkronen. Violette Lichtkegel. Laserstrahlen im Nebel. Leuchtende Schirme, Projektionen auf dem alten Kopfsteinpflaster. Wer den Möbel-Bahnhof in Bielefeld-Hillegossen nur bei Tageslicht kennt, hätte ihn an diesem Abend kaum wiedererkannt.
Und wer sich zwischendurch fragte, ob hinter dem nächsten Baum gleich ein Raumschiff landen würde, lag mit dieser Vermutung zumindest optisch nicht völlig daneben.
Lichtkunst im Möbel-Bahnhof Bielefeld: Pro Visuell dreht auf
Peter Timpe hatte für die Magische Nacht Profis engagiert. Pro Visuell nahm sich das historische Bahnhofsgelände vor und gab sich mit ein paar angestrahlten Bäumen offenbar nicht zufrieden.
Fassaden, Bäume und Wege wechselten ihr Aussehen, Laser zeichneten geometrische Muster in die Dunkelheit. Vertraute Ecken wirkten plötzlich wie Filmkulissen. Die antiken Möbel, massiven Holztische und außergewöhnlichen Einrichtungsstücke, die hier sonst die Hauptrolle spielen, mussten sich für einen Abend mit einer Nebenrolle begnügen.
Gewöhnliche Gäste kann jeder
Zwischen den Lichtinstallationen bewegten sich Gestalten mit Masken, Hörnern, aufwendigen Gewändern und leuchtenden Stäben. Wesen, die man eher in einem Fantasyfilm als auf einem ehemaligen Bahnhofsgelände in Bielefeld vermutet hätte.

Ob sie eine Fahrkarte hatten, ist nicht überliefert.
Saxophon und Piano lieferten die Musik dazu. Für Essen und Getränke war ebenfalls gesorgt. Und wer sich auf dem Gelände umsah, fand hinter jeder Ecke eine neue Lichtinstallation, einen anderen Blickwinkel, ein weiteres Fotomotiv.
Und dann gingen die Lichter wieder aus
Am nächsten Tag waren die Laser verschwunden, die Schirme dunkel und die geheimnisvollen Gestalten wieder in ihrer eigenen Welt.
Geblieben ist der Möbel-Bahnhof. Mit seinen alten Gleisen, seinen Möbeln und Peter Timpe, dem die Ideen offenbar so schnell nicht ausgehen.
Und irgendwo in Hillegossen dürfte sich an diesem Abend jemand gefragt haben, was zum Teufel da eigentlich am alten Bahnhof los war.
