
Der Tisch auf dem Foto steht heute in einer Wohnung in Bad Salzuflen. Sein Zwilling steht im Möbel-Bahnhof. Beide stammen aus derselben Bohle, einer Schwarzpappel aus der Region Gütersloh. Ein Längsschnitt teilte die Bohle in zwei Bretter. Aus jedem entstand ein Esstisch. Das markante Astloch blieb auf beiden erhalten.
Wegschneiden?
Wer jetzt denkt: „Das hätte man doch wegschneiden können“, hat recht. Übrig geblieben wären dann zwei ziemlich beliebige Tischplatten.

So sah das zweite Brett aus, bevor daraus ein Tisch wurde. Es lagerte eine Zeit lang unter der Brücke auf dem Gelände des Möbel-Bahnhofs. Zu diesem Zeitpunkt war es einfach ein Brett. Danach folgten viele Stunden Handarbeit und Schleifstaub.
Einer ist fertig.
Der erste Tisch hat seinen Platz bereits gefunden. Seine Oberfläche trägt den Farbton Shabby White Vintage. Dafür wurde das Holz weiß gestrichen, zwischengeschliffen und anschließend mit klarem Wachs behandelt. Die Maserung und das Astloch bleiben sichtbar. Genau darum geht es.

Sein Zwilling stammt aus demselben Holz und sieht trotzdem ganz anders aus. Er ist noch unbehandelt. Das eröffnet viele Möglichkeiten. Natur, geölt, dunkel oder sogar schwarz – die Entscheidung trifft später der Mensch, der ihn mit nach Hause nimmt.
Am Ende bleiben zwei Tische mit demselben Ursprung. Jeder bringt seinen eigenen Charakter mit.
Wer einen Tisch sucht, der aussieht wie jeder andere, wird hier vermutlich nicht fündig. Alle anderen dürfen gern vorbeikommen.
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